17.12.2011 Easy Rider & Wedding Crusher

Um halb 8 ging es los. An dem Tag war ich der einzige der sich für die Tour angemeldet hat. Persönlicher geht’s wohl nicht. Als mein Guide stellte sich mir Son vor. Son arbeitet schon seit einigen Jahren als Guide in Da Lat. Sie studierte Englisch und ist damit seit 2 Jahren fertig. Aktuell möchte sie sich als Guide weiterqualifizieren und den Job auch weiterhin ausführen. Nachdem geklärt wurde, dass ich lieber die Halbautomatik fahren wollte als die Vollautomatik (mehr PS) sind wir los und erst einmal an der nächsten Tanke ran. An das Fahren auf den Strassen gewöhnt man sich recht schnell. Wichtigstes Utensil an einem Fahrzeug ist die Hupe. Dabei meinen die Vietnamesen es gar nicht böse wenn sie hupen, sondern es ist vielmehr ein darauf aufmerksam machen, dass jemand kommt oder überholen möchte. Wenn man sich dem bewusst ist, macht es richtig Spass auch mal herum zu hupen. Wobei der Verkehr in Da Lat mindesten Faktor 10 kleiner ist als in HCMC.

Wir sind zunächst eine wunderschöne Bergstrasse entlang in ein kleines Dorf gefahren, ca 30 km von Da Lat entfernt. Dort haben wir halt an einer Heuschreckenfarm gemacht. Nachdem Son mir erklärte wie man die Viecher grosszieht, wurde ich auch gleich zu einem Cricket Breakfast eingeladen. Dabei gab es reröstete Heuschrecken mit einem Chilisoßen Dip. Ich habe natürlich beherzt zugegriffen, wo die Viecher ohne Soße echt zu trocken sind und nach gar nichts schmecken. Ca 20 Stück habe ich verdrückt. Den Rest habe ich Son überlassen, die auf das Zeug total lecker fand.

Wir sind dann weiter zu einer Seidenfabrik gefahren, von denen es hier in der Region auch viele gibt. Es ist ja noch nicht allzu lang her, als wir in Südafrika so etwas besucht haben. So war mir der grobe Ablauf der Seidenherstellung noch bekannt und nichts Neues. Nur wurde hier auch tatsächlich gearbeitet und die Maschinen liefen auf hochtouren. Da die Vietnamesen auch nichts wegschmeissen, musste ich nun auch noch Seidenraupe probieren, welchen logischerweise beim Kochen des Kokons stirbt. Die Viecher sind wesentlich größer als eine Heuschrecke und auch wesentlich saftiger, wobei dieser matschig, nussige Geschmack nicht unbedingt meins war. Son hat sich noch Nachschlag geholt. Wir sind dann alle Stationen durchgegangen vom Züchten der Raupen, über Kochen der Kokons, Gewinnen der Seide, das Färben bis hin zu Weben des Stoffes. Letztlich konnte man natürlich auch Produkte des Hauses käuflich erwerben. Hab mich für ein paar Krawatten entschieden. Sehen echt gut aus.

Wir sind dann weiter zu einem Markt gefahren. Son stellte mich ihrer Familie vor. Ihre Mutter arbeitet auf dem Markt. Dort haben wir auch erst einmal Pause gemacht und natürlich etwas gegessen. Es gab diesmal Reisnudeln mit irgendeinem sauer eingelegten Gemüse. Konnte ich nicht genau identifizieren. Konnte man aber essen. Wie so oft wurde musste ich mich diverser Verkupplungsversuche erwehren. Offensichtlich ist Son noch Single und ihre Mutter war sichtlich beunruhigt, dass sie mit 27 noch keinen Mann an ihrer Seite hat. Jedenfalls konnte ich meinen Beziehungsstatus hinreichend erklären, was kurzfristig etwas Enttäuschung verursachte, mir aber nicht übel genommen wurde. Son zeigte mir dann noch was man auf dem Markt alles erwerben konnte. Von Rinderköpfen bis IPod Fakes gab es dort alles. Man merkte aber auch, dass nicht allzu viele Touristen dort hinkommen, da mich viele Händler interessierter und freundlicher ansahen als auf Märkten auf denen ich bisher war. Son kaufte noch ein paar Früchte ein und danach sind wir weitergefahren. Unterwegs haben wir an einer Kaffeeplantage stopp gemacht. Vietnam ist einer der größten Kaffeeexporteure der Welt. Am dem Markt gibt es auch diverse Sorten zu kaufen. Nun habe ich nicht viel Ahnung von Kaffee. Also hab ich mir die teuerste Sorte gekauft. Das besondere an dem Kaffee ist, dass vorab schon einmal den Verdauungsapparat eines Wiesels durchlaufen hat und erst dann geröstet wird. Ich werde ein Päckchen mit nach Deutschland nehmen. Freiwillige Testtrinker können sich bei mir melden.
Gegen 11:30 sind wir an einem Haus angekommen in dem wir Mittagspause gemacht haben. In dem Haus lebten eine Familie und mindestens 2 buddhistische Mönche. Die genaue Beziehung zu Son habe ich nicht ganz verstanden. Jedenfalls gab es zum Mittag Reis mit Tofu und Gemüse. Dazu gab es noch ein Chillisauce, wie immer. Als Nachtisch packte Son die ganzen Früchte aus die sie auf dem Markt eingekauft hatte. Sie führte dann so etwas wie eine vietnamesische Früchteschule mit mir durch. Wir hatte ca 6-8 verschieden Sorten, von denen ich 2 kannte. Dragon Fruit und Lychee. Der Rest war mir nicht bekannt. Es machte aber Spass alle Früchte durchzuprobieren. Leider sind die Namen bei mir nicht hängen geblieben. Teilweise kannte Son auch nur die vietnamesische Bezeichnung, was mir auch nicht geholfen hätte.

Im Anschluss klärte mich Son noch über einige lokale bzw. vietnamesische Besonderheiten auf. Anders als im chinesischen besteht die Sprache aus für Tonlagen. In China sind es nur 4. Dementsprechend kann ein Wort unterschiedlich betont multible, teilweise sehr, sehr unterschiedlich Bedeutungen haben. Anfangs habe ich noch versucht mir ein paar Wörter zu merken. Was aber als nette Geste gemeint ist, kann schnell nach hinten losgehen, wenn etwas ganz anders ankommt als gemeint. Hinzu kommt, dass es diverse Akzente gibt, die sich teilweise stark von einander unterscheiden. Deshalb lasse ich das jetzt mit dem vietnamesisch. Darüber hinaus habe ich gelernt, dass die Westler hier als Frogeyes (Froschaugen) bezeichnet werden, aufgrund der runden, eher hervorkommenden Augen. Abgesehen davon ist man als Westler für die Frauen hier ein hingucker. Einmal wegen der für asiatische Verhältnisse überdurchschnittlichen Körpergröße, der blassen Haut (sehr wichtig), der hellen Haare und natürlich wegen der Kohle. Zum anderen sollte man als Mann noch eine entsprechende Körperfülle mitbringen, was wiederum Wohlstand und Reichtum symbolisiert, dann ist man hier der Oberchecker. Jetzt nachdem ich das weiss, ist mir auch klar warum ich immer wieder zu mehr Essen aufgefordert wurde…

In dem Ort fand am selben Tag eine Hochzeit statt. Die Musik war im ganzen Ort zu hören. Son fragte mich, ob wir dort mal vorbei schauen wollen. Ich dachte mir, besser kann es nicht kommen J
Nach 10 Minuten Fussweg vorbei an tonnenweise Kaffeebohnen die in der Sonne trockneten, sind an dem Partyzelt angekommen. Normalerweise wird man in Vietnam zu einer Hochzeitsfeier eingeladen und muss auch ein Geschenk in Form von Geld in eine Box am Eingang hinterlegen. Die Geschenke sind überaus großzügig und erlauben dem Brautpaar neben den Kosten für die Hochzeit auch etwas für den gemeinsamen Start zu sparen.
Wir wollten eigentlich auch nur gucken. Ich wurde aber schnell von einigen Leuten umzingelt und musste allen die Hand schütteln. Es dauerte auch nicht lange und wir wurden energisch in das Zelt gewunken und direkt an den Tisch des Hochzeitspaares platziert. Dort platzgenommen stand auch schon der erste Reisschnaps vor mir auf dem Tisch. Den ersten habe ich noch freiwillig getrunken. Den zweiten schon unter Protest. Vor dem Dritten konnte ich mich nur wehren, dass ich noch mit dem Moped fahren muss. Da Asiaten generell gerne Musik hören und vorallendingen auch gerne Singen, darf Karaoke bei einer solchen Party natürlich nicht fehlen. Jeder der will, kann sich das Mikrofon nehmen und einen zum Besten geben.  So war es auch auf der Party. Nach dem ich schon auf der Tanzfläche stand und tanzten, hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden Marmorstein und Eisen bricht zu singen, aber gott sei dank ging das Mikrofon an mir vorbei.

Nach ca einer halbe Stunde haben wir uns dann, nach herzlicher Bedankung, verabschiedet. Auf dem Rückweg hielten wir bei einigen Einheimischen Häusern an. Son kannte einige Leute dort. In dem Dorf leben überwiegend sehr arme Leute, welche in der Regel irgendeiner Minderheit angehören. Ca 10 % der vietnamesischen Bevölkerung verteilt sich auf diverse Minderheiten, die in der Regel in den Bergen im Norden des Landes leben. So erfuhr ich, dass bei den Leuten in dem Dorf, es die Frauen sind die sich den Mann aussuchen. Dabei musst die Familie der Frau den Mann aus den anderen Familie auslösen. Dies geschieht in der Regel durch den Transfer von Büffeln oder anderen Getier. US Dollar sind aber auch gern gesehen. Je nach Aussehen und Fleissigkeit des Mannes, wie auch immer man das Feststellen will, variiert der Preis. Da meine Mutter kein Platz für Wasserbüffel hat, habe ich auch großzüge Angebote ausgeschlagen. Das Gespräch zog sich recht in die Länge und ich wurde schon wieder genötigt Bier zu trinken, was ich nicht wollte. Aber was tut mich nicht alles als guter Gast. Gegen 15 Uhr sind wir dann zu einer Pilzzucht weiterfahren. Relativ wenig spektakulär. Säcke mit Sägespänen werden mit einem Pilz „infiziert“, welcher irgendwann so gross ist, dass man ihn ernten und essen kann. Danach ging es wieder Richtung Heimat. Gegen 16:30 waren wird dann wieder zurück in Da Lat. Ich habe mich noch herzlich von Son verabschiedet, die in den letzten paar Stunde etwas durchhing und sehr müde war. Offensichtlich doch etwas zu viel Alkohol. Ich war aber auch kaputt und habe mich etwas ausgeruht, bevor ich mich abends mit Ben und Pascaline wieder in der Bar getroffen habe. Die beiden haben canyoning gemacht. Nachdem die beiden mir erzählt wie toll das war, hatte ich voll Lust darauf. An dem Abend, tat mir aber ein wenig der Hals weh und ich habs dann doch nicht gemacht, um nicht noch richtig krank zu werden. In der Bar kam ich noch mit einem kanadischen Pärchen ins Gespräch. Beide arbeiten aktuell in HCMC. Er als Englisch Lehrer, sie für behinderte Kinder. Strange war, dass er mir erzählte, dass er an einem Dokumentarfilmarbeit über versteckte Militärbasen in den USA arbeit. Irgendwie hatte ich das Gefühl er hatte zuviel Science Fiction und Verschwörungstheorien gelesen. Er erzählte mir z.B. von Technologie, die bewusst von einigen Firmen zurückgehalten wird, mit der man das Energieproblem auf der Problem lösen könnte. Eine Art Perpeduum Mobile. Auch noch bei andere Highly Confidential Information. Ich habe ihn später am abend nur noch Mulder genannt. Leider musste ich an dem abend noch feststellen, dass man nicht mit einem Franzosen im Doppel Billard spielen sollte. Wir alle Spiele gegen die kanadische Auswahl verloren, weil Ben es verkackt hat. Ein typischer Franzose halt..

Gegen 10 bin ich ins Bett. Morgen geht es wieder früh raus.

16.12.2011 Da Lat

Am ersten Tag in Da Lat hab ich mir die innerstädtischen Sehenswürdigkeiten vorgenommen. Nach einem Frühstück um halb 12 bin ich zunächst zum „Crazy House“ gelaufen. Das Crazy House gehört zu der Top Ten Liste der ungewöhnlichsten Gebäude weltweit. Das Haus bzw. der Gebäudekomplex wurde von einer Architektin entworfen die selbst in dem Haus auch lebt. Das Haus sieht aus wie ein grosser Baum oder Wurzeln eines Baums. Alles sieht sehr organisch aus, es gibt kein gerade Linien oder Flächen. Das Haus befindet sich auch ständig in der Weiterentwicklung. Als ich da war wurden an vielen Stellen des Hauses Arbeiten durchgeführt. Ca eine Stunde bin ich durch die Gänge auf und ab gegangen. Dabei kann man sich recht leicht verlaufen, was mir aber nicht passiert ist. Ich habe nur einige Touristen hin und her irren sehen.  Nach dem verrückten Haus bin ich zum ehemaligen Sommerpalast von Bao Dai gelaufen. Bao Dai war der letzte Kaiser Vietnams bevor die Kommunisten die Monarchie abschafften. Der Palast zeigt private Eindrücke in das Leben eines Königs und seiner Familie. Dabei schien die Zeit in dem Palast  seit 1945 still zu stehen. Wenig wurde unternommen, um das Haus in Schuss zu halten. Die Einrichtung sieht man ihre 60 Jahre sehr an. Aber genau das, machte dem Ort einen Besuch wert.

Der Palast liegt 2 km ausserhalb der Stadt. Für den Rückweg habe ich mir dann ein Taxi genommen. Ich habe mich dann zum Markt in Da Lat fahren lassen, wo ich nach regionalen Besonderheiten Ausschau halten wollte. Was besonders auffällt, der Markt bietet viel Gemüse und Früchte, welche in der Region hier besonders gut gedeien. Z.B. Kartoffeln, Erdbeeren, Wein und besonders Kaffee. Die Temperaturen sind ca 5 Grad niedriger als in HCMC, was daran liegt, dass Da Lat ca 1500 Meter über dem Meeresspiegel leigt und von vielen Bergen umgeben ist. Bei der Einheimischen Leuten ist es auch ein beliebtes Urlaubsziel um der Hitze und Smok der grossen Städte im Sommer zu entkommen.
Auf dem Markt habe ich noch ein paar Sachen geshopt. In dem Hotel habe ich für den nächsten Tag eine Motorradtour gebucht. Nachdem ich nun schon einige Tage als Beifahren dabei war, wollte ich nun auch mal selber ran. Und was eignet sich da besser als die schönen Berge rund um Da Lat. Abends bin ich mit einer Holländerin (Leonie), die ich in der Hotel Lobby kennen gelernt habe, was Essen gegangen. Wir haben dann noch Ben und Pascaline aus Frankreich getroffen mit denen wir gemeinsam den Abend in einer Bar verbracht haben.

PS: Ich habe bereits vor einigen Tagen ein paar Bilder in die Galerie hochgeladen.

15.12.2011 Cu Chi Tunnel

Gegen 8:30 haben wir unsere Zelte abgebrochen und sind nach Richtung Cu Chi gefahren. 120 km auf dem Moped lagen vor uns. Die Fahrt dauerte ca 3 Stunden mit ein paar kleineren Pausen Zwischendurch. Einer davon war unfreiwillig, da wir uns einen Nagel in den Hinterreifen eingefahren hatten. Der nächste Mechaniker auf dem Weg flickte den Schlauch und pumpte den Reifen innerhalb von 15 Minuten wieder auf. Die ganze Aktion hat umgerechnet 40 Cent gekostet. Wenn ich da an meine Autoreparatur denke…

Die Fahrt verlief ansonsten recht ereignislos. Nur der Hintern tat mir nach 3 Stunden auf dem Moped verdammt weh und ich war auch echt froh dann endlich da zu sein.
Cu Chi ist für sein Tunnelsystem berühmt, welche die Vietcong im Krieg gegen die Amerikaner bauten. Die Tunnel dienten als Verteidigungs- und Rückzugsmöglichkeit. Die Vietcong lebten regelrecht in den Tunneln, welche teilweise über 10 Meter tief in die Erde gingen und 3 Ebene besassen. Das Tunnelnetz erstreckte sich auf über 250km und erwiess sich für die Amerikaner als uneinnehmbar, da viele Tunnel so schmal gebaut sind, dass nur die dünnen Vietnamesen dort hindurch gepasst haben. Heute kann man in Cu Chi Teile des Tunnelsystems besuchen und einen Einblick gewinnen, wie die Leute hier im Krieg gelebt haben. Es wurde auch gezeigt wie sie die Amerikaner bekämpft haben. Oftmals nur durch Fallen oder Recycling amerikanischer Ausrüstung.

Einen Tunnel von ca 50 Meter Länge kann man auch selber durchqueren. Bei meiner Größe war das mehr oder weniger nur im Entengang möglich, was auf die Distanz echt hart ist. Abgesehen davon gab es da drin kein Licht und man ist ständig irgendwo angeeckt, da der Tunnel auch nicht gerade gebaut ist. Am Ende der geführten Tour kann man auf einem Schiessstand mit den Waffen aus dem Vietnamkrieg selber mal schiessen. Ich empfand das als äußerst unpassend, an einem Ort der eigentlich gegen den Krieg steht, mit einer AK47 oder M16 herumzuballern. Abgesehen davon war der Schiessstand ca 20 Meter von dem Wartetouristenshop entfernt und Ballerrei tierisch laut.
Nach ca 1,5 h Stunden ist man mit der Tour durch. Nach einer kleinen Stärkung ging es dann wieder zurück nach Saigon (60 km). Gegen 16 Uhr dort angekommen hat mir Day noch eine Busticket nach Da Lat besorgt. Danach haben wir uns herzlich verabschiedet. Im Nachhinein bin froh, dass ich es gemacht habe. Day war ein guter Guide und er hat gehalten was er versprochen hat. Die 15 Dollar Bonus hat er natürlich von mir bekommen. Um 22:30 fuhr dann der Bus. Die Busfahrt sollte 5,5 h dauern. Nach Vietnamesischer Zeit also 7 h, dachte ich. Leider war der Bus wirklich schon um 4 Uhr morgens da. Damit war der Plan mit Frühstücken und dann ins Hotel einchecken nicht so aufgegangen. Kurzerhand entschloss ich mich zum Hotel zu fahren und früher einzuchecken. Am Hotel angekommen konnte ich mich mit dem Manager einigen einen halben Tag für den frühen Check in zubezahlen. So bin  ich gegen halb 5 ins Bett.

14.12.2011 Kuhbumsen und Coconut Candy

Um 8 Uhr holte mich Day wie vereinbart ab. Unser Ziel war My Tho bzw. Ben Tre am Mekong. Die Strecke betrug ca. 80km. Mit einem Roller ein ganze Menge, dazu noch in Vietnam. Wobei ich im Nachhinein sagen muss, dass die Straßen zu größten Teil ok sind. Es wird auch an vielen Ecken die gebaut und die Infrastruktur verbessert. Man merkt das sich das Land in einem deutlichen Aufschwung befindet. Nach2 Pausen sind wir gegen 11 in Ben Tre angekommen. Dort haben wir zunächst in der Unterkunft eingecheckt. Gegen 12 sind wir erst einmal Mittagessen gefahren. Von dort dann weiter zu einer Kokusnuss/Cacao Plantage. Beider Pflanzen werden hier gleichzeitig angepflanzt und beider harmoniert wohl gut miteinander. Die grossen Kokuspalmen und am Boden die Kakaosträucher. Danach ging es weiter zu einer Manufaktur in der Kokussnüsse zu Süssigkeiten verarbeitet werden. Dabei handelt es sich um das Fruchtfleisch der Kokusnuss, welches in Streifen geschnitten mit Zucker gesüsst wird.  Hab direkt vor Ort probieren dürfen. Sehr lecker. Ich hab mir auch gleich was einpacken lassen. Traditionell wird diese Süssigkeit zu Neujahr gegessen. Werde das dann zu Hause auch machen J

Wir sind dann weiter Flussaufwärts gefahren. Von einer Bootsanlegestelle sollte es dann weiter gehen auf den Mekong und zu einem Dorf auf der Schildkröteninsel. Die Abfahrt hat sich noch etwas verzögert, weil wir auf 2 Schwester warten mussten, welche die Tour mit uns zusammen machen wollten. Nach ca 1 h waren die Ladies dann endlich da und es ging dann endlich los. Zunächst sind wir den Mekong ein Stück Flussaufwärts gefahren. Mit dem Wetter hatten wir ein wenig pech. Es war den ganzen Tag bewölkt und es regnete auch kurz während der Flussfahrt. Nach einem ganzen Stück Flussaufwärts sind wir in einen Seitenarm abgebogen. Der Seitenarm war recht schmal, abgegrenzt von großen Bambuspflanzen.

Nach ca 10 Minuten Fahrt haben wir an einem Dorf festgemacht. Dort durfte ich auch gleich mit dem ansässigen Haustier kuscheln, einer 2 Jahre alten Python.

Es folgte eine leckeres Früchtebuffet mit bekannten Sachen wir Ananas, Drachenfrucht, Mango sowie Pomelo, aber auch einigen 3 Früchten die ich nicht kannte, auch als man mir den Namen sagte ^^ Dazu gab es einen Honigtee. In der Region gibt es einige Bienenfarmen. Der Honig wird dann gern in Tee aufgelöst. Sehr lecker. Begleitet wurde das Ganze durch einen Folklore Auftritt. Ein Herr und eine Damen sangen unter Begleitung einer kleinen Band ein paar Lieder. Da man nichts versteht und die asiatische doch sehr von der unseren unterscheidet, war das nicht so mein Fall..
Nach Zeremonie sind wir dann wieder ins Boot gestiegen und aus dem Seitarm heraus wieder auf den Mekong gefahren. An einem weiten Dorf haben wir halt gemacht um Mekong Schrimps (Garnelen) zu kaufen. Die Garnelen haben wir lebend direkt von Händler aus dem Becken bekommen. Da ich Day und ich Hunger hatten, haben insgesamt 2 Kilo gekauft. Mit den Garnelen und ein paar Bier im Gepäck sind wir dann wieder auf den Mekong hinausgefahren, um mit einem Garnelen Barbecue den Sonnenuntergang auf dem Mekong zu erleben. Zu Grillen haben wir an einer Art Buhne festgemacht. Day bereitete die Sauce vor, welche aus Salz, Chilli Powder gemischt mit frischem Limonensaft bestand. Danach hat er die Garnelen getötet. Nachdem er mir gezeigt hat wie es ging, habe es dann auch mal probiert. Man bricht das Horn der Garnele ab und rammt das Stück dann auf der Unterseite zwischen den Beinen der Garnele in den Körper. Das Vieh gibt dann noch ein paar Blasen von sich und ist dann sofort tot. Der Bootsmann hat die Garnelen dann gegrillt. Das Puhlen hat dann Day bzw. die beiden Mädels übernommen. Wir haben dann zusammen angestossen und gegessen. Die Mädels haben mir noch versucht ein paar vietnamesische Wörter bei zu bringen. Nach 2 Bier konnte gings das auch halbwegs mit der Aussprache. Aber viel davon leider nicht hängen geblieben. Der Sonnenuntergang war leider ein wenig hinter Wolken versteckt trotzdem sehr schön. Als es dann Dunkel wurde mir endlich klar was Day mit Kuhbumsen meinte. Als er mit Tags zuvor die Tour erläuterte, erzählte er mir immer was von Fireflies und Kubumsen. Fireflies hatte ich für mich immer mit Bremsen oder son Zeug übersetzt. Nun wusste ich, dass es das gleiche meint. Kuhbumsen der offensichtlich gescheiterte Versuch eines frühere deutschen Touristen Day das Wort Glühwürmchen bei zubringen. Nun ja, der Erfolg war zweifelhaft und ich wusste, dass nichts Unanständiges mehr folgen würde.
In Deutschland habe ich schon lange keine Glühwürmchem mehr gesehen. Hier am Mekong schwirren in jedem Baum welche herum.
Nachdem jeder mehr als satt war, sind wir wieder mit dem Boot zurück zur Anlegestelle gefahren. Mit Roller ging es dann wieder zurück ins Hotel. Von den Schwestern haben wir uns während der Rollerfahrt verabschiedet, wobei ich das nicht ganz mitbekommen habe, da ich das Vietnamesisch nicht verstanden habe.
Im Hotel war ich angekommen war ich auch echt knülle und übersatt von den Schrimps. Ich habe bestimmt 20 davon gegessen. Mehr als Fernsehen ging dann nicht mehr.

13.12.2011 Day

Mittlerweile habe ich es schon um 8 aus dem Bett geschafft. Gegen 9 bin ich dann los für meine Stadterkundungstour. Zunächst habe ich einen Abstecher zum Kunst Museum gemacht, was mir persönlich sehr gefallen. Leider konnte man einige Bilder nur im Halbdunkeln sehen, da an dem Tag der Strom auf Grund von Baumschneidearbeiten abgestellt war.

Anschliessend bin ich das Shopping Center, dass ich tags zu Vor aus der Ferne gesehen hatte. Leider gabs dort nur Haushaltsgeräte und Elektronik. Nichts was mich begeistern konnte. Daraufhin wollte ich zur nächsten Sehenswürdigkeit spazieren. Auf dem Weg dahin sprach mich ein Xe Om (Roller) Fahrer an. Der Namen hat er sich gegeben, weil sein vietnamesicher Name für die Meisten Westler nicht auszusprechen ist. Jedenfalls sind wir ins Gespräch gekommen. Mir ist sofort sein besseres Englisch aufgefallen, was die Unterhaltung sehr vereinfachte. Zur besseren Unterhaltung haben wir uns an die Strasse an einen Stand gesetzt und etwas getrunken. Day erklärte mir, dass er ein Touristenguide ist. Er bot mir zunächst eine Tour durch HCMC an für ca 1h. Gleichzeitig zeigte er mit ein paar Bücher in dem andere Touristen ihre Erfahrung mit ihm und seinen Touren niederschrieben. Ich habe mir einige Einträge durchgelesen. Es waren alle sehr positiv. Nichtzuletzt deshalb, sondern auch wegen seiner freundlichen Art und dem Vorteil, dass ich nicht mehr in dem Verkehr laufen musste, habe ich eingewilligt. Anfangs war es ein komisches Gefühl hinten auf dem Roller durch diesen Verkehr zu fahren. Nicht zu wissen, ob das alles gut geht. Day ist aber ein sehr sicher Fahrer und ich habe bald sogar meine Kamera raus geholt und während der Fahrt Bilder gemacht.
Wir sind zunächst ein wenig durch das Stadtzentrum gefahren. Danach haben wir einige Sight Seeing Spots angesteuert, wie z.B. das alte Rathaus, Notredam, die alte Post, das HCMC Museum.
Nach knapp 3 Stunden waren wir damit fertig. Wir haben uns dann noch einmal zu Drink an einem Stand gesetzt um weiteres zu besprechen. Day hat mir schon im ersten Gespräch seine spezielle Mekong Delta Tour angeboten. In seinem Feedback Büchern haben alle Touristen davon geschwärmt. Zunächst wollte ich nicht, weil ich erstens schon im Mekong Delta war und zweitens noch ein Hotelzimmer für eine Nacht gebucht hatte und eigentlich einen anderen Plan verfolgte. Nach langem hin und her, feilschen und planen, habe ich mich dann doch dazu entschlossen es zu wagen. Letztlich sind besondere Erlebnisse meistens mit Risiken verbunden. Und um etwas zu erleben muss man irgendwann jemanden vertrauen. Seinen Preis konnte ich noch auf 60 Dollar etwas drücken, da ich das Hostelzimmer nicht stornieren konnte. Ausserdem habe ich mit ihm einen Bonus von 15 Dollar vereinbart, welcher bei voller Zufriedenheit meinerseits gezahlt wird. Damit wollte ich sein Engagement hoch halten. Der Preis beinhaltete auch den komplette heutigen Tag, d.h. ich bin mit ihm noch einige Male quer durch die Stadt zu einigen Shopping Locations, wie z.B. China Town und diversen Malls. Zum Abschluss sind wir noch zusammen Abendessen gefahren. Wir haben Hotpot gegessen. Eigentlich sehr chinesisch, aber offensichtlich auch in Vietnam verbreitet. Day zeigte mir dabei seine Spezialität. Man zerbröselt kleine Dünne Nudeln und schlägt ein Ei darüber, danach wird alles gut vermengt. Im Anschluss werden kleine Klümpchen davon in das heisse Wasser gegeben. Das Ei gerinnt und es bilden sich kleine Klopse die sich sehr gut mit den Stäbchen essen lassen. In dem Hotpot waren noch einige Gemüsesorte sowie Ziegenfleisch, wovon ich wohl nie ein Fan von werden.  Dazu gab es ein paar Saigon Biere. Gegen 21 Uhr hat mich Day dann zum Hostel gebracht. Um 8 Uhr morgens soll es losgehen. Ich bin gespannt.

12.12.2011 Endlich da

Um es kurz zu machen, die vietnamesischen Behörden haben mir gestern gegen 10 Uhr den Visa Approval Letter per Email zugeschickt. Dabei handelt es sich nichts weiter als eine eingescannte Liste von Personen, die an dem Tag in Vietnam einreisen dürfen. Von Datenschutz haben die dabei offensichtlich noch nichts gehört, denn ausser meinen Kontaktdaten und Passnummer stand auch die von ca 80 Personen anderen auf der Liste. Am Flughafen habe ich mir noch neue Passbilder gemacht. Ich hatte zwar noch welche, aber die sind schon ein paar Jahre alt und bevor ich damit in Schwierigkeiten komme, habe ich mir neue gemacht, höchstprofessionell auf der Polizeiwache mit einer winzig kleinen Kompaktkamera.

Das Einchecken und der Flug erfolgte dann ereignislos. In HCMC angekommen musste ich nun noch das Visum bekommen. Als ich an den Schalter ankam, stand schon eine große Traube an Menschen davor. Nachdem ich das Antragsformular ausgefüllt hatte und meine Unterlagen abgegeben hatte, hiess es warten. Alle Leute haben ein wenig verunsichert ausgesehen in der Hoffnung, dass alles gut geht. Letztlich hat jeder sein Visum bekommen, nachdem man die Bearbeitungsgebühr bezahlt hat, bekommen. So bin auch ich in die Gnade eines Vietnam Visums gekommen.

Vom Flughafen waren es noch eine gute halbe Stunde zum Gasthouse. Mir viel sofort auf, dass der Verkehr hier wesentlich intensiver ist als in Bangkok. Vorallendingen dominieren hier Scooter die Verkehrswelt. Am Abend habe ich noch die Gegend erkundigt, dabei war jede Strassenübequerung ein kleines Abenteuer. Fussgängerampeln oder ähnliches gibt es nicht. Damit muss man sich mit einer gewissen Portion Mut und Vertrauen durch den Verkehr schlängeln.
Morgen habe ich einen grossen Stadtspaziergang geplant. Mal gucken, ob ich das Unfallfrei überstehe.

11.12.2011 Durchblick beim Shopping 2

Neuer Tag noch mehr Shopping. So könnte man wohl den gestrigen Tag zusammenfassen. Nachdem ich es diesmal schon um 11 aus dem Bett geschafft habe, gings ab zum MBK. Das MBK ist wohl die Monster Shopping Mall in Bangkok (wer mehr erfahren will, dann hier http://www.leckerbisschen.de/bangkok/mbk.html).

Nachdem ich gestern schon das eine oder andere erstanden habe, lief ich im MBK zur Shopping Höchstform auf. Zunächst habe ich mir eine neue Brille machen lassen. Mit erschrecken musste feststellen, dass ich auf dem linken -1 und auf dem rechten -0.5 Dioptrin schlechter sehe als gedacht. Damit bin ich jetzt schon bei -2,75 bzw. -2,25. Der Weg zum Blinden ist nicht mehr weit..
Innerhalb einer guten halben Stunde war die neue Sehhilfe fertig und mit nun wesentlich mehr Durchblick ging es weiter durch die Mall. Nach 5 Stunden hatte ich meinen Rucksack voll und ich konnte auch nicht mehr, dabei war ich noch nicht einmal auf allen Ebenen in dem Gebäude. Letztlich habe ich mich bei einigen Sachen noch zurückgehalten, da ich ja noch am Anfang meiner Reise stehe und das ganze Zeug nicht mit mir herumschleppen will. Einige nützliche Sachen wie Sandalen, ein Handtuch (hatte zu Hause vergessen ^^) sowie Unterwäsche wurden schon mal eingesackt, genauso wie ein paar kleine Souvenirs.

Gegen 20 Uhr bin ich dann mit dem Sky Train, ist in Bangkok sowas wie die S-Bahn, in den Stadtteil Silom gefahren. Silom ist für seine Patpong Road bekannt und berüchtigt. Da ich hier noch nicht war, musste ich natürlich mal hin. Was ich dort gesehen habe, kann ich jedem der nach fragt in einer ruhigen Minute mal erzählen. Es hier niederzuschreiben fällt definitiv unter nicht Jugendfrei. http://de.wikipedia.org/wiki/Patpong
Morgen gehst dann hoffentlich weiter nach Vietnam. Drückt mir die Daumen, dass alles klappt. Ich freu mich schon darauf.

10.12.2011 Jetlag und Shopping

In der ersten Nacht hatte mich der Jetlag noch voll im Griff. Ich bin um 10 ins Bett vermeintlich tot müde, um dann um halb 1 wieder wach zu werden. An Schlaf war dann die nächsten 4 Stunden nicht mehr zu denken.  Ich habe mir die Zeit mit thailändischen Spielshows und der Wiederholung der Champion League Spiele im Fernsehen vertrieben. Irgendwann gegen halb 5 hab ichs dann doch geschaft. Ich bin eingeschlafen. Um kurz nach 1 habe ich mich dann aus dem Bett gequält. An der Rezeption habe ich dann nach Frühstück gefragt. Nett verwies man mich auf das Restaurant neben an bei dem es Lunch gibt. Dort stärkte ich mich und überlegte mir was ich mit dem Tag anfangen sollte. Da ich vor 4 Jahren schon hier war und die meisten Sehenswürdigkeiten bereits gesehen hatte, beschloss ich auf den berühmten Chatuchak Wochenend Markt zu fahren. Gegen 15 Uhr bin ich am Markt angekommen. Bis 19 Uhr bin ich dort geblieben, wobei ich nur Bruchteile des Marktes gesehen habe. Es gibt dort alles zu kaufen. Selbst ich als Shopping Muffel, hatte schnell ein paar Tüten am Handgelenk. Nachdem ich nicht mehr konnte, bin ich mit dem Taxi in die Khao San Road gefahren. Der gefühlte Backpackermittelpunkt der Erde. Dort bin ich noch ein weilchen herumgestrollt. Hab mir noch eine Fuss- und Nackenmassage gegönnt und nach einem Absacker in einer der vielen Bars bin ich wieder mit dem Taxi zurück zum Hotel.

09.12.2011 Stuck in Bangkok

Um 1 Uhr nachts ging es von Amman weiter. Diesmal war das Flugzeug knackend voll. Nachdem mich eine sorgende Mutter gebeten hatte ihren Platz mit mir zu tauschen, saß ich neben einen anderen Deutschen, der auch schon auf dem Flug nach Amman dabei war. Anfangs ignorierten wir uns, später sind wir dann doch ins Gespräch gekommen. Im nachhinein ist mir aufgefallen, dass wir uns gar nicht vorgestellt haben. Deshalb weiss ich seinen Namen auch gar nicht. Aber auch egal… Jedenfalls studiert er im 6. Semester Asien Wissenschaften und wir konnten uns gut über unsere bisherigen Erfahrungen in Südost Asien austauschen. Der Flug an sich war verlief gut. Leider konnte ich nur ca. 1 h schlafen. Ich konnte mir aber gut die Zeit mit dem Entertainmentprogramm vertreiben. Dabei habe ich festgestellt, dass der neue Film mit Mel Gibson „The Beaver“ echt gut ist. Etwas schräg, aber Mel Gibson mal in einer etwas anderen Rolle.

Nach knapp 8 Stunden sind wir dann endlich in Bangkok gelanden. Ortzeit ca. halb 3 nachmittags. Um kurz vor 4 ging schon der Flieger nach HCMC. Da es in Berlin nicht möglich war mein Gepäck bis nach Vietnam durchzurouten, konnte ich nicht in dem Transitbereich bleiben und musste nach Thailand immigrieren. Dann einchecken, Gepäck aufgeben und wieder emigrieren. Da ich mir schon dachte, dass das zeitlich knapp werden könnte, habe ich nach dem Aussteigen gleich Gas gegeben. Imigrieren ging schnell, so auch das Gepäck abholen. Beim Zoll wollte keiner kontrollieren, also bin ich einfach durchgelaufen. Damit war ich nun schon mal in Thailand und musste nun nur noch zum Check In Schalter von Air Asia. Nach 10 Minuten laufen hatte ich ihn auch gefunden und ich lag super in der Zeit, ca. Viertel nach 3. Alles war super bis die Frau Schalter mich fragte, wo denn mein Visa Letter für Vietnam sei. Wie jetzt?! Ich war fest davon ausgegangen, dass man am Flughafen in Vietnam ein Visum on arrival ausgestellt bekommt genauso wie in Thailand. Die Frau erklärte mir, dass dem nicht so sei und dass sie mich deswegen nicht fliegen lassen können. Zunächst müsse ich ein Visum über das Internet beantragen. Sie sagte mir, dass das per Express in 4 Stunden möglich sei. Damit war der Flug gestorben. Sie sagte mir auch, ich solle den Flug am Air Asia Counter umbuchen. Die Flüge finden tgl. statt, somit könnte ich dann Sa Morgen fliegen.
Ich war dann erstmal richtig angepisst, vor allen Dingen über meine eigene Doofheit, dass ich nicht vorab geprüft habe wie die Einreisebestimmungen in Vietnam aussehen. Im Lonely Planet habe ich dann noch einmal nachgeforscht und auf Seite 528 steht geschrieben, dass Vietnam seit Jahren beabsichtigt dieses bürokratische Einreiseverfahren zu vereinfachen, aber … *grrr*

Nun gut, dachte ich, nutzt ja nichts. Musst du halt einen Tag in Bangkok bleiben. Also bin ich zum Air Aisa Schalter, welcher nicht weit vom Check In Schalter war, um den Flug umzubuchen. Nachdem ich eine Nummer gezogen hatte und eine halbe Stunde gewartet habe, war ich dann endlich auch dran. Nachdem ich der Frau meine Situation geschildert habe, hatte Sie leider eine andere Aussage für mich. „Visa werden nicht am Wochenende ausgestellt!“ Ich entgegnete nur, dass die Frau am Check Schalter sagte, dass das über das Internet in 4 Stunden möglich sei. Sie sagte nur, davon wisse Sie nichts. Verunsichert von den beiden konträren Aussagen, hat es an der Stelle keinen Sinn gemacht den Flug umzubuchen, da ich nicht wusste, wann ich mit dem Visa rechnen konnte… Von daher habe ich mich bei der Frau bedankt und wollte nun der Visa Geschichte nachgehen. Leider hab ich mit meinem Laptop keinen Free WiFi Hotspot gefunden. Ein paar Leute haben mich dann zu einem Internetcafe am anderen Ende des Flughafens geleitet. Für unverschämte 300 Baht bin dort für eine Stunde ins Internet gekommen. Auf der Seite MyVietnamvisa.com kann man nun sein Visum beantragen. Was ich auch gleich gemacht habe. Ich habe auch die Option urgent, express, super schnell ausgewählt, was noch einmal 20 Dollar kostet. Der Visumsantrag war nach 5 min gestellt. In der Beschreibung stand, dass ein Express Visum nach ca 4 Stunden fertig ist. Das hiess für mich zu dem Zeitpunkt, ich kann morgen fliegen. Nachdem ich damit fertig war, habe ich ein Hotel für die Nacht in Bangkok gesucht und über Hotels.com auch gebucht. Im Anschluss habe ich noch meine Emails gecheckt und dem Hostel in HCMC geschrieben, dass ich erst morgen komme. Als ich damit fertig war, hatte ich eine neue Nachricht von Visa Vietnam in meinem Postfach. Ich war freudig entzückt wie schnell das ging. Leider liess der Inhalt der Email die Stimmung wieder auf ein neues Tagestief sinken. In der Email stand geschrieben, dass man meinen Antrag erst Montag bearbeiten könne, da man Freitags nur bis 16:30 arbeitete und am Wochenende gar nicht. Zur Info, meinen Antrag hatte ich ca 16:25 online abgeschickt. Es gab dann noch ein paar Emails hin und her zwischen mir und Visa Vietnam. Letztlich haben sie mir hochheilig versprochen meinen Antrag bis Montag Mittag 12pm zu bearbeiten. Heisst für mich, ich kann den Flug am Montag kurz vor 4 nehmen. Dem Hostel in HCMC habe ich dann noch geschrieben, dass nun doch nicht am Samstag sondern erst am Montag komme.
Nachdem die Situation halbwegs geklärt war, bin ich dann wieder zu Air Asia marschiert, hab wieder eine Nummer gezogen, gewartet und als ich dran war den Flug auf Montag nachmittag umgebucht.

Mittlerweile war halb 6. Ich habe mir noch ein paar Baht eingetauscht und wollte nun einfach nur noch ins Hotel. Ich hatte seit mehr als 30 Stunden kaum geschlafen und mein Magen knurrte. Da ich als ich das Hotel gebucht hatte noch davon ausgegangen bin, dass ich nur eine Nacht bleiben muss, hatte ich mir etwas in Airport Nähe gesucht. Laut Hotel.com befand sich das Hotel 5 km vom Flughafen entfernt. Demnach bin ich davon ausgegangen, dass ich max 5-10 Min da bin. Den Namen und die Adresse des Hotels hatte ich mir für den Taxifahrer notiert. Aus dem Flughafen raus, in das Taxi rein. Nachdem „geklärt“ wurde wo es hingehen soll, gings los.
Um es kurz zu machen, die folgenden 2 Stunden und knapp 40 km Autofahrt auf der Suche nach dem Hotel habe ich nur noch mit großen Schuss Ironie ertragen. In den 2 Stunden haben wir gefühlt 10 Leute gefragt, die uns alle selbstsicher und zielgenau in die falsche Richtung geschickt haben. Irgendwann um 8 haben wir das Hotel dann gefunden. Gute 5 Minuten vom Flughafen entfernt…

Nach einer Körpergrundreinigung, habe ich mir im Restaurant neben an, Curry und ein Singha Bier bestellt und den wunderschönen Vollmond über Bangkok bewundert…

08.12.2011 Auf geht’s

Die Abreise aus Berlin nach Amman verlief nach 45 Minütiger Verspätung äußerst entspannt, was auf das relativ leere Flugzeug und die damit 3 freien Plätze für mich zusammenhing J

Im Vergleich zu anderen Airlines muss Royal Jordanian Airline ein Kompliment machen. Gefühlt hat man bei denen mindestens einen Zentimeter mehr Fussraum, was einem bei einem Langstreckenflug vor dem Trombosetod bewahren kann. Aber wie gesagt, Platzmangel war auf dem Flug nicht das Problem. Auch das Essen fand ich lecker. Zum Rindergulasch gabs einen guten Rotwein von dem mich das 2. Glas auch gleich hat einschlafen lassen. Nach ein paar Turbulenzen bin ich irgendwann wieder erwacht und hab mir Captain America angesehen. Der Film kam mir wie eine Coproduktion von Hollywood mit der Army vor, mit dem Ziel Leute für die Armee zu werben. Wenns funktioniert…
In Amman Flughafen angekommen, hab ich den ansässigen Starbucks 5 Stunden lang belagert und dabei den groben Plan für die kommenden Tage geschmiedet.  Der Flughafen an sich hat sonst nicht viel zu bieten. Ich war mit einem Rundgang nach 5 Minuten fertig. Gut fand ich nur das leckere arabische Essen, z.B. Sharwarmas. Leider hatte ich der XXL Becher von Starbucks komplett abgefüllt und ich habs nicht geschafft zu probieren.
Um 1 Uhr Nachts Ortszeit ging es dann weiter nach Bangkok. Wie es in Bangkok weiterging poste morgen. Bin Momentan zu müde. Auf jedenfall lief vieles anders als geplant…